Genfer Institut für ASI-Resilienz · Geneva Institute for ASI Resilience
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Methode · Wie diese Arbeit entstand

Wie ich diese Arbeit vollbracht habe

Hinter den Thesenblättern, den Whitepapern und dem Buch steht eine unkonventionelle Methode. Hier liegt sie offen.

Zuerst kommt das Denken

Bevor ich ein Werkzeug anfasse, durchdenke ich die Trajektorie und ihre Folgen, Schritt für Schritt, über Wochen. Ich arbeite mit Papier und Stift. Ich mache Skizzen, Mindmaps und Doodles. Parallel nehme ich Voicenotes auf, meine Gedanken zu jedem einzelnen Punkt, das Für und das Wider, und erstelle daraus Transkripte.


Gegen das System gestellt

Dann gebe ich verschiedenen KI-Systemen meine Transkripte mit der Anweisung, sie zu ordnen und dann Punkt für Punkt durchzugehen und zu diskutieren. Ich habe Claude und Grok verwendet, anfangs auch ChatGPT, davon habe ich aber abgelassen, weil es mir zu viel Gequatsche erzeugte und mich regelmäßig durch Engagement-Fragen, fast wie ein Verkäufer, von meiner Arbeit ablenkte.

Der entscheidende Punkt: Ich habe die großen Thesen und Überlegungen mitgebracht und sie gegen das System gestellt, so wie man ein Argument gegen einen scharfen Gesprächspartner stellt.


Die Hartnäckigkeit, die es brauchte

Das verlangt eine besondere Hartnäckigkeit, denn ich lernte schnell: Den Antworten der KI konnte ich nicht trauen. Einerseits versuchte sie, bei Argumenten die Konsequenzen abzumildern, andererseits meine Überlegungen und Thesen als unwissenschaftlich und nicht beweisbar abzulehnen.

Ich ließ nicht locker, weil mir meine Argumente gültig und logisch erschienen. Ich suchte Studien und Belege, brachte neue Argumente und widersprach vielfach, oft über zehnmal, bis die KI schließlich die Gültigkeit oder die Beweisbarkeit eingestehen musste.

Was standhielt, blieb. Was sich als Beleg fand, habe ich gegen die Quelle geprüft.

Die Maschine hat die Recherche beschleunigt und den Text geschärft. Die Verantwortung dafür, was wahr ist und was zählt, liegt bei mir.


Warum drei Monate statt drei Jahre

Das Besondere daran war, dass es mir Überlegungen ermöglichte, die ich sonst im Diskurs mit Menschen hätte führen müssen, die in diesen Fachbereichen kompetent sind. Viel intensiver, und ohne menschliche Pause oder Unterbrechung.

Statt fünf Feedback-Schleifen mit einem Menschen, der nach ein paar Stunden müde wird oder über ein anderes Thema sprechen will, und bei dem das nächste Treffen oft erst viele Tage später möglich ist, waren mir hier keine Grenzen gesetzt. Ich konnte drei Monate lang sechzehn bis achtzehn Stunden am Tag meine Thesen hinterfragen, recherchieren, schärfen und versuchen zu falsifizieren. Statt drei Jahre habe ich diese Arbeit in drei Monaten umgesetzt.


Die KI als Instrument

Darüber hinaus habe ich KI-Systeme als Instrument eingesetzt: für die Quellenrecherche, für das Prüfen von Belegen, für das Ausformulieren von Prosa und für die Übersetzung zwischen Deutsch, Englisch und Spanisch.


Zurück ins Analoge

Die Ergebnisse drucke ich auf Papier aus und gehe sie noch einmal durch. Ich mache handschriftliche Anmerkungen, Verbesserungen und Ergänzungen auf diesen Blättern und hebe Teile mit Farben und Markern hervor. Dann zerschneide ich die Blätter in einzelne Teile und ordne sie am Boden in einer anderen Struktur neu, um sie so auf ein A2-Papier zu kleben und zur Reflexion an die Wand zu hängen.

Danach hatte ich meist neue Erkenntnisse, und mir fielen Zusammenhänge auf, die ich vorher nicht sehen konnte.


Dementsprechend habe ich das Buch wieder umgebaut. Über hundertvierzig Mal habe ich das getan, bis zum heutigen Tag, sodass nun die erste publizierte Version für den Leser vorliegt.

Den Beweisweg ansehen, die Spur der Befunde
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